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Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen

ausländerfeindlich motivierte Angriffe am 22. bis 26. August 1992

Die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen fanden im August 1992 statt und richteten sich gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAst) und ein Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter. Die Ereignisse spielten in der Großwohnsiedlung Lichtenhagen, wo sich die ZAst in einem elfgeschossigen Plattenbau befand. Das Gebäude, bekannt als Sonnenblumenhaus, lag in der Mecklenburger Allee und war von der Schnellstraße und dem Bahnhof Lichtenhagen umgeben. Die ZAst war ein zentraler Ort für Asylverfahren und beherbergte bis zu 300 Asylbewerber, die aus osteuropäischen Ländern stammten. Die Ausschreitungen wurden als Pogrom bezeichnet und standen im Zusammenhang mit der Asyldebatte der 1990er Jahre. Mehrere hundert Randalierer, darunter rechtsextreme Gruppen, attackierten die ZAst und das angrenzende Wohnheim. Bis zu 3000 Zuschauer applaudierten den Gewalttaten. Nach der Evakuierung der ZAst wurde das Wohnheim mit Molotowcocktails angezündet, wobei über 100 Vietnamesen und ein Fernsehteam des ZDF in Gefahr gerieten. Die Polizei war zeitweise nicht in der Lage, die Situation unter Kontrolle zu bringen. In der Umgebung der ZAst lebten 1.688 Ausländer, darunter 368 Vietnamesen, die als Vertragsarbeiter in der DDR gearbeitet hatten. Die ZAst war ein zentraler Ort für Asylverfahren, und die Zustände dort wurden von der UNHCR und dem Gesundheitsamt kritisiert. Die Ausschreitungen markierten einen Höhepunkt der rassistisch motivierten Gewalt, die in der Asyldebatte und der politischen Debatte um Ausländer- und Asylpolitik ihren Ausgang nahm.

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Art
Aufruhr, Gewaltkriminalität
Ort
Rostock

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