Castello di Fénis
Das Castello di Fénis steht im Aostatal auf einer flachen Anhöhe im Talboden bei Fénis — anders als die meisten Burgen der Region, die auf Felsnadeln über der Straße kleben. Schon die Lage verrät den Zweck: Fénis war weniger Sperrfestung als Verwaltungssitz und Standesbau der Herren von Challant. Ein doppelter Mauerring mit Türmen, die durch einen Wehrgang verbunden sind, umschließt einen fünfeckigen Kernbau. Gebaut wurde ab etwa 1340 unter Aimone di Challant; der Großteil der Arbeiten fällt in die Zeit zwischen 1320 und 1420. Bonifacius I. erweiterte die Anlage gegen Ende des 14. Jahrhunderts und ließ den Innenhof mit der halbrunden Steintreppe und den hölzernen Umgängen auf drei Seiten anlegen. Die Hoffassaden tragen Fresken aus der Werkstatt des Giacomo Jaquerio, darunter ein heiliger Georg im Kampf mit dem Drachen von etwa 1415, dazu Spruchbänder mit altfranzösischen Sinnsprüchen. Nach dem Niedergang der Familie diente die Burg als Scheune, bis Alfredo d'Andrade sie 1895 für den italienischen Staat erwarb; Restaurierungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts und in den 1930er-Jahren brachten sie in den heutigen Zustand. Sie gilt als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Burgen Italiens, gehört heute der Region Aostatal und zählt über 80.000 Besucher im Jahr. Innen sind Küche, Wohnräume, Kapelle und Wehrgänge zu sehen.
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