Museo Nazionale del Cinema
Das Museo Nazionale del Cinema ist im wohl auffälligsten Bauwerk Turins untergebracht: der Mole Antonelliana in der Via Montebello, deren Turmhelm 167,5 Meter über der Stadt aufragt. Alessandro Antonelli begann den Bau 1863 als Synagoge für die jüdische Gemeinde; das Projekt wuchs ihm über den Kopf, wechselte den Besitzer und wurde erst 1889 fertiggestellt, ein Jahr nach dem Tod des Architekten. Das Museum selbst geht auf die piemontesische Filmhistorikerin Maria Adriana Prolo (1901–1991) zurück, die ab 1941 Material zusammentrug. 1958 eröffnete die Sammlung im Palazzo Chiablese, 1983 musste sie aus Sicherheitsgründen schließen. Am 19. Juli 2000 zog sie in die Mole ein. Der Einbau nutzt den Innenraum, wie ihn kein anderes Museum nutzen könnte: Im zentralen Kuppelraum, der Aula del Tempio, liegen Besucher auf ansteigenden Liegesesseln und blicken auf Leinwände, während sich die Ausstellung auf einer Spirale nach oben windet – ein Aufbau, der an einen abgewickelten Filmstreifen erinnert. Die Abteilungen führen von der Vorgeschichte des bewegten Bildes mit Laterna magica und optischem Spielzeug über Bühnenbilder und Requisiten bis zur Filmtechnik. Ein gläserner Panoramaaufzug fährt durch den Hohlraum der Kuppel zu einer Plattform in 85 Metern Höhe, von der aus die Stadt und der Alpenbogen zu sehen sind. 2024 kamen über 800.000 Besucher.
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