Norsk Industriarbeidermuseum Vemork
Das Norwegische Industriearbeitermuseum ist im alten Kraftwerksgebäude von Vemork bei Rjukan in der Kommune Tinn im Fylke Telemark untergebracht. Norsk Hydro errichtete das Wasserkraftwerk zwischen 1907 und 1911 an der steilen Talflanke oberhalb des Flusses; für die Stromerzeugung wurde der Wasserfall Rjukanfossen nutzbar gemacht. Bei seiner Inbetriebnahme 1911 war Vemork das größte Kraftwerk der Welt. Neben dem Krafthaus entstand später eine Fabrik zur Wasserstoffgewinnung durch Elektrolyse, deren Nebenprodukt Schweres Wasser war. Sie war im Zweiten Weltkrieg Ziel der Operation Gunnerside, einer Sabotageaktion norwegischer Widerstandskämpfer und britischer Alliierter. Der siebengeschossige Fabrikbau wurde im Sommer 1977 gesprengt; erst 2017 zeigte sich, dass der Keller mit den Anlagen zur Schwerwasserproduktion 6,5 Meter unter der Erde auf rund 2.100 Quadratmetern nahezu unversehrt erhalten geblieben war. Er wurde im März 2017 dem Museum übergeben. Vemork gehört seit Juli 2015 gemeinsam mit Notodden zum UNESCO-Welterbe. Das Museum wurde am 20. Juni 1988 eröffnet, Trägerin ist eine 1983 von Gewerkschaften und der Kommune Tinn gegründete Stiftung; 1995 erhielt das Haus den Status eines Nationalmuseums. Zu den Dauerausstellungen zählen „Industristedet Rjukan“, „Sabotørene“, „Industriarbeideren 1950–2008“, „Helter i Telemark“, die Sambandshytta und die Maschinenhalle. Zum Verbund gehören außerdem das Tinn museum, der Heddal bygdetun, die Rjukanbahn und das Telemarksgalleriet. Strom liefert seit 1971 ein unterirdisches Kraftwerk mit 204 Megawatt.
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