Mittelitalien

Mole Vanvitelliana

Die Mole Vanvitelliana, auch Lazzaretto von Ancona genannt, ist ein Baukomplex des 18. Jahrhunderts im Hafen der Stadt. Sie steht auf einer eigens aufgeschütteten künstlichen Insel im südlichen Hafenbecken, deren Grundriss ein regelmässiges Fünfeck bildet; diese Form bestimmt auch Ringmauer, Gebäude und den zentralen Platz. Die Anlage umfasst 20 000 Quadratmeter. Der Kanal zum Festland, Mandracchio genannt, nimmt die Fischereiflotte der Stadt auf; drei Brücken verbinden die Insel mit dem Ufer. Papst Clemens XII. erklärte Ancona 1732 zum Freihafen und beauftragte den Architekten Luigi Vanvitelli mit dem Umbau des Hafens. Die Arbeiten begannen am 27. Juli 1733; eine päpstliche Medaille von 1734 zeigt den Bau aus der Vogelschau. Er diente zugleich als Quarantänestation für Menschen und Waren, als Festung und als Wellenbrecher und konnte bis zu 2000 Personen aufnehmen. Seit 1909 ist er Nationaldenkmal, heute beherbergt er das Museo Tattile Omero, ein Auditorium und Ausstellungen. Die Ringmauer trägt einen Wehrgang mit Wachhäuschen an den Ecken und öffnet sich in zwei Tore, eines zur Brücke, eines zum Wasser. Innen laufen fünf breite Strassen um den äusseren Gebäudering, der früher als Warenlager diente und im Erdgeschoss Kreuzgewölbe hat. Zwei tonnengewölbte Rampen führen hinauf zum erhöhten fünfeckigen Hof, unter dem Zisternen das Regenwasser der Dächer sammelten. In der Mitte steht der klassizistische Tempietto di San Rocco mit kassettierter Kuppel, an allen fünf Seiten offen, damit die Menschen in Quarantäne die Messe von ihren Zimmern aus verfolgen konnten.

Les horaires et les tarifs varient selon la saison et ne figurent donc pas dans ce texte.

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