Südspanien

Palacio Real de Aranjuez

Der Königspalast von Aranjuez steht rund 50 Kilometer südlich von Madrid am Tajo. Er ist eine der Residenzen der spanischen Krone und wird heute von Patrimonio Nacional als Museum betrieben; Fluss und Auen prägen die gesamte Anlage. Philipp II. gab den Bau um 1560 in Auftrag. Die Planung lag bei Juan Bautista de Toledo, nach dessen Tod führte sein Schüler Juan de Herrera die Arbeiten weiter. Es entstand ein Vierflügelbau der Renaissance um einen Innenhof. Im 18. Jahrhundert baute Philipp V. die Anlage zur barocken Residenz aus, und Karl III. ergänzte bis 1778 zwei Flügel — damit erhielt der Palast seine heutige Gestalt. Zu den Innenräumen gehören Thronsaal, Palastkapelle und die königlichen Appartements. Der Speisesaal trägt Deckenfresken von Giacomo Amigoni zur Regierung Ferdinands VI. Das Porzellankabinett wurde 1765 fertiggestellt und gilt als erste große Leistung der königlichen Porzellanmanufaktur; das Arabische Kabinett entstand zwischen 1848 und 1850 nach dem Vorbild der Alhambra, mit geometrischem Stuck und Mocárabes. Draußen erstrecken sich die vom Tajo gespeisten Gärten, darunter der Jardín de la Isla und der Jardín del Príncipe mit Brunnen, Statuen, einem chinesischen Pavillon und der Casa del Labrador, einem klassizistischen Lustschloss, das bis 1803 für Karl IV. entstand. 2001 nahm die UNESCO die Kulturlandschaft von Aranjuez in die Welterbeliste auf; Joaquín Rodrigo hatte dem Ort bereits 1939 mit dem „Concierto de Aranjuez" ein musikalisches Denkmal gesetzt.

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