Süditalien

Napoli Sotterranea

Unter der Altstadt von Neapel liegt ein Netz künstlicher Hohlräume. Bekannt sind heute rund 900.000 Quadratmeter; nur zwei der Hohlräume sind natürlichen Ursprungs. Damit hat Neapel eine der größten Dichten künstlicher Hohlräume unter einem Stadtgebiet weltweit. Das Gestein ist gelber neapolitanischer Tuff, vor etwa 15.000 Jahren bei Ausbrüchen der Campi Flegrei entstanden: leicht zu brechen und dennoch standfest. Die ersten Arbeiten im Untergrund reichen rund 5.000 Jahre zurück. Im 3. Jahrhundert v. Chr. brachen die Griechen hier den Stein für Tempel und Stadtmauern. In augusteischer Zeit legten die Römer ein Wasserleitungssystem an, das von den Quellen bei Serino über 70 Kilometer bis zur Stadt reichte, dazu Straßentunnel. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert dienten die Hohlräume der Wasserverteilung; nach der Choleraepidemie von 1885 wurden sie aufgegeben. Im Zweiten Weltkrieg baute man sie zu Luftschutzräumen aus. Zugänglich sind unter anderem die Galleria Borbonica, Abschnitte des griechisch-römischen Aquädukts, die Crypta Neapolitana, hellenistische Hypogäen und die Katakomben in den Vierteln Sanità, Vergini und Foria. Man steigt über Treppen ab und geht durch Zisternen, schmale Stollen und Kammern, die im Krieg als Schutzräume hergerichtet wurden. Die Metropolitanstadt Neapel vermisst und kartiert die Hohlräume im Progetto Cavità.

Les horaires et les tarifs varient selon la saison et ne figurent donc pas dans ce texte.

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