Baden-WürttembergBezirk Baden-Württemberg

Hügelgräber im Illertal bei Tannheim

archäologische Stätte in Deutschland

Die Hügelgräber im Illertal bei Tannheim liegen im Landkreis Biberach in Oberschwaben, etwa 500 Meter südlich des Bahnhofs Tannheim. Sie sind östlich der Landstraße 260 und westlich der Iller gelegen, die hier die Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg bildet. Die Gräber stammen aus der jüngeren Hallstattzeit (650–475 v. Chr.) und wurden zwischen 1904 und 1909 von Max Geyr von Schweppenburg und Peter Goessler erforscht. Die Funde sind in verschiedenen Museen ausgestellt, darunter das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. Die Bestattungen erfolgten unverbrannt und in voller Kleidung. Die Toten wurden auf der Höhe des Hügels beigesetzt und mit Lehm oder gebranntem Lehm bedeckt. In einigen Gräbern fanden sich Grabbeigaben wie Wagen, Bronzegefäße und eine eiserne Pflugschar. Die Leichen lagen meist auf der Westseite der Hügel, während die Grabbeigaben in der Ostseite platziert waren. In einigen Fällen wurden die Toten auf Brettern oder in Holzsärgen beigesetzt. Die Ausrichtung der Leichen variierte, ohne einheitliche religiöse oder astronomische Orientierung. Die Grabhügel sind Teil der Westhallstattkultur und möglicherweise der schriftlosen Kultur der Kelten. In der Nekropole wurden keine Kultplätze oder Opfer nachgewiesen. Die Funde umfassen vor allem Gebrauchsgüter und Kultobjekte, wobei Waffen selten sind. In späteren Jahrhunderten wurden weitere Funde aus verschiedenen Epochen entdeckt, darunter römische Münzen und Gräber aus der Zeit der Alamannen. Die Grabbeigaben zeigen eine Vielfalt an Schmuck und Alltagsgegenständen, die auf die Lebenswelt der damaligen Bevölkerung hinweisen.

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Art
Archäologische Stätte
Ort
Baden-Württemberg

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