Römerlager Holsterhausen
römische Marschlager in der Germania magna
Die Marschlager Holsterhausen liegen im Dorstener Stadtteil Holsterhausen, im Kreis Recklinghausen. Sie sind Teil der römischen Offensiven gegen Germanien und wurden zwischen 11 und 9 v. Chr. genutzt. Die Anlagen befinden sich auf einer Terrasse der Lippe, die als logistische Route diente. Die Fläche der Fundstätte umfasst etwa 160.000 m² und ist von der Lippe sowie verschiedenen Bachläufen begrenzt. Die archäologischen Untersuchungen fanden zwischen 1999 und 2006 statt und zählen zu den größten Flächengrabungen Westfalens. Die Marschlager sind temporäre Anlagen, die nur wenige Wochen genutzt wurden. Sie besaßen einfache Befestigungen aus Wall und Graben, ohne Ummauerung. Im Inneren gab es keine dauerhafte Bebauung, die Soldaten schliefen in Lederzelten. Die Lager waren strategisch wichtig, da sie an einer Militärstraße lagen und eine Furt über die Lippe boten. Die Ausgrabungen 1952/1953 fanden aufgrund finanzieller und personeller Einschränkungen nur mit Sondierungsschnitten statt, doch sie ermöglichten die Dokumentation des Grundrisses des Lagers. Die Ausgrabungen zwischen 1999 und 2006 führten zur Entdeckung von bis zu sieben Marschlager. Lager B, C, D, E und F wurden freigelegt, wobei die genaue Ausrichtung und Funktion mancher Lager noch nicht vollständig geklärt sind. Die Gräben der Lager wurden oft von anderen Anlagen oder Straßengräben geschnitten. In den Grabenfüllungen wurden römische Funde wie Münzen, Keramik und Terra-Sigillata-Boden gefunden, die auf die augusteische Zeit deuten. Die Lager waren Teil der militärischen Strategie zur Eroberung Germaniens.
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- Art
- römisches Militärlager, Archäologische Stätte, Römisches Bauwerk
- Ort
- Dorsten
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal in Deutschland
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