Lustschloss Favorite
nicht erhaltene barocke Anlage im kurfürstlichen Mainz mit Gartenanlagen und Wasserspielen
Das Lustschloss Favorite liegt am Rheinufer in der Oberstadt von Mainz und war eine barocke Anlage mit großzügigen Gartenanlagen und Wasserspielen. Es wurde in mehreren Bauphasen zwischen 1700 und 1722 erbaut und war Teil der Residenzstadt des Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn. Die Anlage basierte auf dem Vorbild des französischen Lustschlosses Marly-le-Roi und war als Vorbild für spätbarocke Gartenkunst bekannt. Die Favorite war mit einer Fläche von fünf Hektar und einer Vielzahl von Gebäuden, Gärten und Wasserspielen ausgestattet. Sie beherbergte ein Rheinschlösschen, ein Hauptparterre mit sechs Kavaliershäusern und verschiedene Gartenteile wie das Boulingrin. Die Anlage wurde durch die Kupferstiche von Salomon Kleiner dokumentiert, die die prächtige Ausstattung der Favorite zeigten. Besucher konnten sich in den Gärten und Alleen des Schlosses bewegen, die mit Skulpturen, Brunnen und Pflanzen geschmückt waren. Die Anlage umfasste auch ein Porzellanhaus und eine Orangerie. Die Gartenarchitektur wurde später im englischen Stil weiterentwickelt, wobei der ursprüngliche barocke Charakter erhalten blieb. Die Favorite war ein Zentrum der kulturellen und gesellschaftlichen Lebenswelt der Residenzstadt.
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