Südfrankreich

Pont du Gard

Der Pont du Gard überspannt den Fluss Gardon im Gemeindegebiet von Vers-Pont-du-Gard im Département Gard. Er ist der erhaltene Talübergang eines römischen Aquädukts, das Wasser von Uzès nach Nîmes leitete — über eine Leitungsstrecke von mehr als 50 Kilometern. Der dreistöckige Bau entstand im 1. Jahrhundert, nach heutigem Forschungsstand zwischen 40 und 50 n. Chr. Mit 48,77 Metern über dem Fluss ist er das höchste erhaltene römische Brückenbauwerk dieser Art. Die drei Etagen tragen 6, 11 und 35 Bögen; heute misst der Bau 275 Meter, ursprünglich waren es 360. Der Kalkstein stammt aus Brüchen unmittelbar daneben in Vers-Pont-du-Gard, gesetzt wurde nahezu vollständig ohne Mörtel, einzelne Blöcke hielten Zapfen aus Eichenholz zusammen. Schätzungen nennen rund 11 Millionen Steinblöcke, etwa 50.400 Tonnen Gesamtgewicht sowie drei bis fünf Jahre Bauzeit mit 800 bis 1.000 Arbeitern. Die Leitung führte etwa 40.000 Kubikmeter Wasser am Tag bei einem Gefälle von 24,8 Zentimetern je Kilometer und fiel Anfang des 6. Jahrhunderts trocken. Seit 1840 steht die Brücke auf der ersten französischen Denkmalliste, seit 1985 gehört sie zum UNESCO-Welterbe. Grundlegend instand gesetzt wurde sie 1855 bis 1859 und noch einmal um das Jahr 2000, als auch das Umfeld neu geordnet wurde, um den Andrang zu lenken: Mit über 800.000 Besuchern im Jahr ist der Pont du Gard das meistbesuchte antike Bauwerk Frankreichs. Beide Ufer sind über Wege erschlossen, dazu das umgebende Garrigue-Gelände am Gardon.

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