Pfarrkirche Kefermarkt
Die Pfarrkirche Kefermarkt im Mühlviertel wäre eine schöne spätgotische Landkirche wie viele – wenn in ihr nicht einer der bedeutendsten Flügelaltäre Österreichs stünde. Der Kefermarkter Flügelaltar ist 13,5 Meter hoch und 6,3 Meter breit und zählt damit zu den größten gotischen Schnitzwerken Europas. Geschaffen wurde er zwischen 1490 und 1497 aus Lindenholz von einem unbekannten Bildhauer, der heute als Meister des Kefermarkter Altars geführt wird; 79 Figuren und weiteres Schnitzwerk gehören dazu. Im Schrein stehen drei überlebensgroße Standbilder: der heilige Wolfgang als Pfarrpatron, Petrus und Christophorus. Die Flügel zeigen Szenen aus dem Marienleben. Der Stifter Christoph von Zelking sicherte die Finanzierung am 28. Oktober 1490 testamentarisch und setzte 400 Gulden für Fassung und Vergoldung aus – ausgeführt wurde sie nie. Der Altar ist bis heute weitgehend ungefasst, was ihm sein charakteristisches Aussehen gibt. Adalbert Stifter leitete von 1852 bis 1855 die Restaurierung, bei der historische Farbschichten entfernt wurden. 1929 wurde die versiegelte Kirche acht Tage lang mit 75 Kilogramm Giftgas begast, um den Holzwurm zu bekämpfen; dass ein Testhuhn danach unversehrt blieb, galt als Beleg für den Erfolg. Das Langhaus entstand 1473 bis 1476 und wurde am 30. Oktober 1476 geweiht, der Chor nach 1490/91. Die dreischiffige Hallenkirche zeigt qualitätvolle Details bis hin zum Netzrippengewölbe. Vier Glocken aus dem 16. Jahrhundert zählen zu den ältesten Oberösterreichs, eine wurde 1543 in Venedig gegossen.
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