Cathédrale Notre-Dame d'Amiens
Die Kathedrale Notre-Dame von Amiens steht im Zentrum der Präfektur des Départements Somme, unweit des Flusses und der Gärtnerkanäle der Hortillonnages. Sie ist nach umbautem Raum die größte Kathedrale Frankreichs; das Mittelschiff misst 42,3 Meter bis zum Gewölbescheitel, die Vierungsspitze reicht 112,70 Meter hoch. Der Bau begann 1220 unter Bischof Évrard de Fouilloy. Erster Baumeister war Robert de Luzarches, ihm folgten Thomas und Renaud de Cormont. Das Langhaus stand bereits 1230, der Rohbau war 1269 im Wesentlichen abgeschlossen – für eine Kathedrale dieser Größe eine kurze Bauzeit, der das Bauwerk seine stilistische Geschlossenheit verdankt. Der Nordturm wurde 1402 vollendet, die hölzerne Spitze über der Vierung nach einem Blitzschlag 1528 neu errichtet. Anlass für den Neubau war eine Reliquie: das seit 1206 in Amiens verwahrte Haupt Johannes des Täufers. Seit 1981 gehört die Kathedrale zum UNESCO-Welterbe. Die Westfassade ist über und über mit Figuren besetzt; am Mittelportal steht der Beau Dieu, eine der bekanntesten Christusdarstellungen der französischen Gotik. Im Boden des Schiffs liegt das 1288 angelegte Labyrinth. Im Chor stehen die zwischen 1508 und 1519 geschnitzten Chorstühle – von ursprünglich 120 sind 110 erhalten, mit hunderten kleiner Szenen aus Bibel und Alltag. Seit 1999 werden die Figuren der Portale an bestimmten Abenden farbig angestrahlt, um ihre einstige Bemalung nachzustellen.
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