Nordfrankreich

Marais audomarois

Das Marais audomarois erstreckt sich rund um Saint-Omer über fünfzehn Gemeinden im Pas-de-Calais und im Nord, unter ihnen Clairmarais, in der Niederung der Aa nahe Meereshöhe. Das Kerngebiet umfasst 3.726 Hektar; durchzogen wird es von etwa 100 Kilometern schiffbarer Wasserwege, den watergangs, dazu kommen rund 400 Kilometer Gräben und 160 Kilometer Flussläufe. Trockengelegt wurde der Sumpf ab dem 7. Jahrhundert durch Mönche der Abteien von Saint-Omer und Clairmarais; zwischen 1786 und 1866 wurde er systematisch in Polder aufgeteilt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich daraus ein Gemüseanbaugebiet – es ist das letzte Marschland dieser Größenordnung in Frankreich, das noch gärtnerisch bewirtschaftet wird. Angebaut werden vor allem Blumenkohl, der hier seit etwa 1751 wächst, und Chicorée seit den 1920er-Jahren. 2007 lebten noch rund sechzig Familien auf 500 Hektar davon. Bewegt wird sich auf dem Wasser: Die flachen Holzkähne, bacôves genannt, waren bis in die 1970er-Jahre das übliche Transportmittel und tragen heute die geführten Fahrten. Am 28. Mai 2013 erklärte die UNESCO das Gebiet zum Biosphärenreservat, seit 2008 ist es zudem als Ramsar-Feuchtgebiet ausgewiesen. Rund 200 Vogelarten wurden nachgewiesen, darunter die Zwergdommel mit einem beachtlichen Anteil des französischen Brutbestands; im Naturschutzgebiet Romelaëre führen Stege und Beobachtungshütten durch Röhricht und Wasserflächen. Bootsfahrten sind an die wärmere Jahreshälfte gebunden, die Wanderwege bleiben ganzjährig begehbar.

Otevírací doba a vstupné se mění podle sezóny, proto nejsou součástí tohoto textu.

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