Burg Riegersburg
Die Riegersburg steht auf einem 484 Meter hohen Basaltfelsen, den vulkanische Tätigkeit vor mehr als zwei Millionen Jahren aufgetürmt hat, und beherrscht von dort das südoststeirische Hügelland. Sie gilt als besterhaltene Burg der Steiermark und wurde nie erobert. 1138 erscheint sie erstmals als „Ruotkerspurch" in den Quellen. Die obere Anlage Kronegg entstand um 1100, die untere Lichtenegg um 1140/50 unter Markgraf Otakar III.; um 1420 wurde der 120 Meter lange Eselsteig in den Fels geschlagen. Ihre heutige Gestalt verdankt die Burg vor allem Katharina Elisabeth von Galler, der „Gallerin", die sie 1648 erbte — dreimal verheiratet, wirtschaftlich selbstständig und entschlossen, den Besitz gegen die Türkengefahr zu sichern. Unter Bartholomäus Ebner wurde die Festung zwischen 1678 und 1690 ausgebaut: sechs Torbauten und elf Basteien schützen ein 15 Hektar großes Areal, die Wehrmauer misst drei Kilometer. Der Weiße Saal war schon 1658 fertig. Feldmarschall Raimondo Montecuccoli nannte das Ergebnis die stärkste Festung der Christenheit. 1822 kaufte das Haus Liechtenstein die Burg; eine Nebenlinie hält sie bis heute. Im Inneren führen drei Museen durch die Anlage: das Burgmuseum mit den Prunkräumen, die Waffensammlung und das Hexenmuseum, das die Feldbacher Hexenprozesse von 1673 bis 1675 aufarbeitet, denen unter anderem Katharina Paldauf zum Opfer fiel. Dazu kommen eine Greifvogelschau und Klettersteige im Vulkanfels, darunter die Route Leopold. Hinauf gelangt man zu Fuß über die historischen Wege oder mit dem Schrägaufzug; für Aufstieg, Museen und Flugschau sollte man einen halben Tag rechnen.
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