Welterbe Kloster Lorsch
Vom karolingischen Reichskloster Lorsch an der Bergstraße steht nur noch wenig - aber dieses Wenige gehört zum Ältesten, was Deutschland an Steinbau zu bieten hat. Die Torhalle, auch Königshalle genannt, entstand um 800 und zählt zu den wenigen vollständig erhaltenen Bauwerken aus nachrömischer Zeit nördlich der Alpen. Drei Rundbogenöffnungen im Erdgeschoss, darüber ionische Kapitelle und ein Fassadenmuster aus farbigen Steinplatten: Die Halle ist der Grund, warum das Areal 1991 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Gegründet wurde das Kloster um 764 durch Graf Cancor und seine Mutter Williswinth; 772 nahm Karl der Große es als Reichskloster unter seinen Schutz. Lorsch war über Jahrhunderte eine der einflussreichsten Abteien des Reiches, bis die Kurpfalz es 1564 nach der Reformation auflöste. 1621 zerstörten spanische Truppen fast alle Gebäude - allein die Torhalle blieb unversehrt, der Rest diente später als Steinbruch. Aus der Bibliothek stammt das Lorscher Arzneibuch aus dem 8. Jahrhundert, das antikes medizinisches Wissen für die christliche Welt aufbereitete und 2013 zum Weltdokumentenerbe erklärt wurde. 2011 wurde das Welterbe um das Vorgängerkloster Altenmünster erweitert. Vor Ort führt ein Rundweg von etwa 1,7 Kilometern über das Klostergelände. Zu sehen sind neben der Torhalle Reste der Kirche, Kräutergärten nach dem Arzneibuch, das Freilichtlabor Lauresham zur experimentellen Archäologie und das Museumszentrum an der Nibelungenstraße.
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