Biotürme Lauchhammer
Die Biotürme in Lauchhammer-West sind der letzte sichtbare Rest einer Anlage, die in ihrer Zeit weltweit einmalig war: der ersten Kokerei, die Braunkohle zu Hochtemperaturkoks verarbeitete. Die in den 1950er Jahren errichteten Türme dienten der biologischen Reinigung der dabei anfallenden Prozessabwässer — Industriearchitektur also, die nicht der Produktion, sondern deren Nebenfolgen galt. Das erklärt auch ihren heutigen Status. Die Kokerei wurde 1991 stillgelegt und 1994 abgerissen; die Biotürme selbst liefen noch bis 2002 weiter und entgingen dem Abriss erst, als man sie unter Schutz stellte und sanierte. Übrig blieb eine Reihe schlanker Betonzylinder, die für sich genommen kaum erklärt, wozu sie diente, im Ensemble aber die Dimension der Lausitzer Kohleveredelung erahnen lässt. Heute dienen die Türme als Ausstellungsort zur Energiegeschichte der Niederlausitz und gelegentlich als Veranstaltungsort. Der Rundgang ist kompakt und in einer knappen Stunde zu schaffen. Sinnvoll ist der kostenfreie Audioguide, der die Geschichte der Kokerei in sechs Kapiteln aufbereitet, denn ohne Erläuterung bleibt die Anlage sperrig. Geöffnet ist regulär an Wochenenden und Feiertagen in der wärmeren Jahreshälfte; zwischen November und Ostern nur nach Vereinbarung. Der Standort liegt an der Finsterwalder Straße im Lausitzer Seenland.
Otevírací doba a vstupné se mění podle sezóny, proto nejsou součástí tohoto textu.
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