Norditalien

Grotte di Catullo

Die Grotte di Catullo liegen an der Nordspitze der Halbinsel Sirmione, die rund vier Kilometer weit in den Gardasee hineinragt. Trotz des Namens handelt es sich nicht um Höhlen, sondern um die Ruinen einer römischen Villa aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, errichtet über den Resten älterer Bauten aus dem Jahrhundert davor. Sie gelten als die größte und am besten erhaltene römische Villenanlage Norditaliens. Das Gebäude bedeckte ein Rechteck von 167 mal 105 Metern und verteilte sich über drei Geschosse; das Areal umfasst rund zwei Hektar. Im Süden lag der Haupteingang mit den Badeanlagen, an den Längsseiten zogen sich überdeckte Wandelgänge entlang, im Norden schloss eine Terrasse über dem Wasser an. Zum Namen kam die Ruine erst in der Renaissance: 1483 schrieb der Gelehrte Marin Sanudo sie dem Dichter Catull zu, obwohl sie nach dessen Tod entstand. Systematisch untersucht wurde die Anlage ab 1801. Über das Gelände führen Wege durch Substruktionen, Gewölbe und Kellerräume bis zur Panoramaterrasse mit Blick über den nördlichen See. Zwischen den Mauern stehen etwa 1.500 Olivenbäume dreier Gardasorten, deren Ernte seit 2012 wieder verarbeitet wird. Das 1999 eröffnete Antiquarium am Eingang zeigt Funde aus der Villa und der Region, darunter ein Dichterporträt, das gelegentlich mit Catull in Verbindung gebracht wird.

Otevírací doba a vstupné se mění podle sezóny, proto nejsou součástí tohoto textu.

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