Fürstengrab von Quetzdölsdorf
germanische Grabanlage in Sachsen-Anhalt
Das Fürstengrab von Quetzdölsdorf liegt in der Köthener Ebene in Sachsen-Anhalt und wurde 1982 bei Bauarbeiten am Sportplatz entdeckt. Es datiert aus der älteren römischen Kaiserzeit des 1. Jahrhunderts und gehört zur Lübsow-Gruppe. Das elbgermanische Körpergrab wird den Hermunduren zugeordnet und enthielt reiche Grabbeigaben, darunter einen Bronzeeimer, eine Kelle-Sieb-Garnitur und eine Bronzeschere. Die Grabbeigaben umfassen elf Bronzepfennige, einen Reitersporn, ein Kegelhalsgefäß und zwei Kasserollen. Besonders auffällig ist die römische Kelle-Sieb-Garnitur, die zum Abseihen von Weingewürzen diente. Zudem sind ein Kegelhalsgefäß aus der Situlengruppe und ein Bronzeeimer mit dekorativen Elementen sowie einem Reitstockabdruck erhalten. Die Grabbeigaben zeigen eine hohe Handwerkskunst und sind mit Details wie Drehrillen und Verzierungen versehen. Im Grab selbst wurden die Knochen der unteren Extremitäten gefunden, der Tote war westnordwest-ostsüdöstlich orientiert. Die Grabbeigaben lagen im westlichen Teil des Grabes, wobei einige von der Baumaschine herausgerissen wurden. Das Grab wurde auf einem isolierten Friedhof beigesetzt und zeichnete sich durch eine aufwendige Beisetzung aus. Die Funde sind in der Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle zu sehen.
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