Basilique de Saint-Denis
Die Kathedralbasilika Saint-Denis steht in Saint-Denis im Département Seine-Saint-Denis, unmittelbar nördlich von Paris. Sie geht auf ein Grab zurück: An dieser Stelle wurde der um 250 hingerichtete Stadtheilige Dionysius bestattet, über dem Grab entstand eine Kirche und später eine bedeutende Benediktinerabtei. Ihre kunstgeschichtliche Stellung verdankt die Kirche Abt Suger, der zwischen 1135 und 1144 Westbau und Chor erneuern ließ. Die Weihe des Chors am 11. Juni 1144 gilt als Geburtsstunde der Gotik – hier wurden Spitzbogen, Rippengewölbe und ein Kranz ineinander übergehender Kapellen erstmals so verbunden, dass die Wand zwischen den Fenstern beinahe verschwand. Zwischen 1231 und 1281 wurde der Bau unter Abt Eudes Clément mit Unterstützung Ludwigs IX. und Blanche de Castilles erneuert; das Gewölbe des Schiffs liegt bei 30 Metern. Der Nordturm trug einen rund 85 Meter hohen Helm, der 1846 bei einem Sturm beschädigt und 1847 abgetragen wurde. Saint-Denis war die Grablege der französischen Könige, von Dagobert I. (gestorben 639) an. 1793 wurden die Gräber geöffnet und geplündert; betroffen waren 42 Könige, 32 Königinnen und 63 Prinzen. 1817 ließ Ludwig XVIII. die Gebeine in einem Beinhaus in der Krypta sammeln. Erhalten blieben zahlreiche Grabmäler, darunter die Liegefiguren Karls V. und Jeanne de Bourbons. Seit dem 9. Oktober 1966 ist die Kirche Kathedrale des neu geschaffenen Bistums Saint-Denis. Zu besichtigen sind Chor, Querhaus mit den Grabmälern, die Krypta und die Glasfenster.
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